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Freitag, November 18, 2005

Synode von Clermont-Ferrand

Vor 910 Jahren begann die Synode von Clermont-Ferrand, auf der Papst Urban II., wie Jens Brüning im Deutschlandfunk formuliert, "zum Kreuzzug anstiftete". Der Beitrag ist ein typisches Beispiel für den Zustand des Journalismus, der sich mit weltanschaulichen, religiösen und kirchlichen Themen befasst. Die unvermeidliche Rolle des "Kirchenkritikers" besetzt hier kein Geringerer als Karlheinz Deschner (der unter Historikern nicht gerade den besten Ruf genießt). Musikalisch wird das Stück von reichlich unmotiviert eingesetzten Schnipseln gregorianischen Chorals bereichert. [MP3]

3 Comments:

At 11/18/2005 12:33:00 nachm., Anonymous fra said...

Ja, Martin, das habe ich auch gehört.

Mit dem Zitieren von Deschner haben sich gleich disqualifiziert (KHD war einer der beiden Autoren, die uns am Anfang des Geschichtsstudiums als "nicht-zitierfähig" vorgestellt wurden - der andere war Heribert Illig), da spielt es dann keine Rolle mehr, daß es natürlich die "Synode von Clermont" (und nicht Clermont-Ferrand) heißen muß (der Zusammenschluß erfolgte erst im 19. Jahrhundert).

Und natürlich wäre auch "Katechismus für den DLF angesagt, denn es wurde wieder behauptet, der Kreuzzugsablaß habe Sündenvergebung versprochen.

Aber es war eine gute Einstimmung auf die dann folgende "Tag für Tag" Sendung:

*M. Katzav, Präsident von Israel, lobt den Papst, aber der DLF muß natürlich die Vorwürfe aus dem Sommer erneut verkürzt breittreten.
*In Amerika besteht natürlich mal wieder eine Gefahr für die "Trennung von Kirche und Staat" - warum? Weil Jimmy Carter es so sagt.
*Bischof Müller von Regensburg ist der Böse ("kleruszentrierte und auf Befehl und Gehorsam basierende Organisation"), Kardinal Wetter von ihm distanziert (was er inzwischen dementiert hat, aber was soll's). Heuchlerisch sagt TfT, man könne Verständnis aufbringen, wenn es einen Grund gäbe für diese Maßnahmen. Wer's glaubt ....
*Das Bischof Hubers Ökumene-Lamento referiert wird (wenn auch eindeutig einseitig auf seiner Seite stehend) will ich noch mal durchgehen lassen. Dann aber zitiert man Kardinal Kaspers Hinweis darauf, daß einige protestantische Kirchen neue Gräben in Sachen Moral und Ethik aufgerissen hätten (und er nennt ausdrücklich: Abtreibung, Homosexualität, Euthanasie, Bioethik) - TfT bricht das aber wieder auf das Thema "Frauen als Bischöfe" herunter, worüber der Kardinal nicht gesprochen hat und das er wohl auch nicht im Auge hatte. Für Bischof Huber ist das nur ein Problem, daß "Reizthemen" "Sprengkraft" haben, wenn man "falsch mit ihnen umgeht". Im übrigen gebe es sowas in Deutschland nicht (war er noch nie in Nordelbien oder Hessen-Nassai?) und der Vatikan solle nicht so zentralistisch sein. Leider offenbart sich hier, daß protestantische Würdenträger gerne Respekt und Anerkennung ihrer Verschiedenheit fordern, aber selten bereit sind selbst die Verschiedenheit der Katholischen Kirche auch nur zu achten (von akzeptieren spricht ja keiner). Die Beispiele wären Legende. Traurig aber war!

Sancte Augustine, ora pro nobis!

 
At 11/18/2005 12:41:00 nachm., Blogger mr94 said...

Dabei ist Jens Brüning nun wirklich kein schlechter Autor. Man gebe einmal seinen Namen in die Suche bei dradio.de ein. Verstehe einer, warum der im katholischen Köln ansässige DLF einen Autor aus dem neuheidnischen Berlin mit Kirchenthemen beauftragen muss...

 
At 11/18/2005 03:04:00 nachm., Anonymous fra said...

Ich frage mich sowieso seit einiger Zeit, wer da so in den "kirchenredaktion", wie das wohl heißt, sitzt. Es handelt sich wohl um eine ähnlich Problematik wie beim organisierten Laientum. Bei genannter DLF-Sendung ist es ganz augenscheinlich, aber selbst beim Bayerischen Rundfunk (der Dich hoch im Norden ja weniger betrifft) findet das auch zunehmend statt. *Kopfschüttel*

PS. Ich habe aus dem Anblick weiter oben gelernt und werde, wenn mal wieder ein Kommentar so lang wird, ihn etwas besser gliedern.

 

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