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Freitag, Februar 04, 2005

Mario Vargas Llosa in seinem Essay Variationen auf das Kondom:
Für die Kirche hat der sexuelle Akt keinen anderen Sinn als den, die Frau zu schwängern und diesem Tal der Tränen neue Seelen zuzuführen, die dem Herrn dienen werden. Es kann auch gar nicht anders sein. Das Überleben der Art, die Aufrechterhaltung menschlichen Lebens, ist es, was die Familie heiligt und den Liebesakt rechtfertigt.

Schon die bloße Idee der Lust wurde von der katholischen Moral von jeher mit Mißtrauen betrachtet und mit Verdammnis belegt, wenn es sich um sexuelle Lust handelte. Sie ist nur als Nebenprodukt der Empfängnis akzeptabel. [via Perlentaucher]
Man vergleiche den Katechismus der Katholischen Kirche:
2362 „Jene Akte also, durch die Eheleute innigst und lauter eins werden, sind von sittlicher Würde; sie bringen, wenn sie human vollzogen werden, jenes gegenseitige Übereignetsein zum Ausdruck und vertiefen es, durch das sich die Gatten gegenseitig in Freude und Dankbarkeit reich machen" (GS 49,2). Die Geschlechtlichkeit ist eine Quelle der Freude und Lust:

„Der Schöpfer selbst ... hat es so eingerichtet, daß die Gatten bei dieser [Zeugungs]funktion Lust und Befriedigung des Leibes und des Geistes erleben. Somit begehen die Gatten nichts Böses, wenn sie diese Lust anstreben und sie genießen. Sie nehmen das an, was der Schöpfer ihnen zugedacht hat. Doch sollen die Gatten sich innerhalb der Grenzen einer angebrachten Mäßigung zu halten wissen" (Pius XII., Ansprache vom 29. Oktober 1951).
2363 Durch die Vereinigung der Gatten verwirklicht sich der doppelte Zweck der Ehe: das Wohl der Gatten selbst und die Weitergabe des Lebens. Man kann diese beiden Bedeutungen oder Werte der Ehe nicht voneinander trennen, ohne das geistliche Leben des Ehepaares zu beeinträchtigen und die Güter der Ehe und die Zukunft der Familie aufs Spiel zu setzen.

Die eheliche Liebe zwischen Mann und Frau steht somit unter der doppelten Forderung der Treue und der Fruchtbarkeit.

2 Comments:

At 2/05/2005 04:23:00 nachm., Blogger Scipio said...

Wenn also sogar "Intellektuelle vom Range eines" Mario Vargas Llosa uralte Vorurteile (die sicher nicht ganz grundlos entstanden sind) weiterpflegen, wie kann man dann vom Mann von der Straße, vom gewöhnlichen dpa-Kommentator, vom kirchenkritischen Religionslehrer eine differenziertere Sicht erwarten... Jeder hört nur das, was er hören will.

 
At 2/07/2005 10:07:00 vorm., Blogger mr94 said...

In diesem Fall ärgert mich auch die redaktionelle Leistung der Welt, die ja sonst durchaus zu Differenzierungen fähig ist. Aber wer weiß? Womöglich steckt hinter dem Essay das Kalkül, damit eine breitere Debatte im Blatt loszutreten. Abwarten.

 

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