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Montag, August 08, 2005

Frauenfragen

Der Spiegel rezensiert Alois Uhl: Die Päpste und die Frauen.

10 Comments:

At 8/08/2005 12:39:00 PM, Blogger Petra said...

Ach, wieder so ein schönes Beispiel, wo völlig unterschiedliche Menschen, Zeiten und Umstände in einen Topf geworfen und umgerührt werden, nur weil es immer um Frauen geht...

Auf jeden Fall würden sich wohl Katharina von Siena oder Hildegard von Bingen eindeutig verbieten, mit den machtgeilen Weibern im Umfeld der Renaissance-Päpste in einem Atemzug genannt zu werden. "Was wir taten, taten wir aus Liebe zu Christus und der Kirche", würden sie sagen.

Aber "Liebe zur Kirche"? Und das auch noch von einer Frau? Die außerdem auch noch Frauenordination als völlig irrelevante Geschichte betrachten würde? Das passt natürlich nicht ins Weltbild der "Spiegel"-Redaktion...

 
At 8/08/2005 12:46:00 PM, Blogger mr94 said...

Der Neuigkeitswert der Geschichte ist für ein Nachrichtenmagazin ohnehin recht gering.

 
At 8/08/2005 01:02:00 PM, Blogger Petra said...

Meinst Du wirklich, die hätten irgendeine Möglichkeit ausgelassen, auf der Kirche herumzuhacken?!

 
At 8/08/2005 02:40:00 PM, Blogger mr94 said...

Nö. Aber hier gilt der alte Spruch: «Bad news is good news: good news is no news.» Anders gesagt: Vom Spiegel ist nichts anderes zu erwarten. Die Kirche teilt dieses Los mit anderen Gegenständen der Berichterstattung.

 
At 8/08/2005 04:24:00 PM, Blogger Dr. Matthias O. Will said...

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At 8/08/2005 04:35:00 PM, Blogger mr94 said...

Ich rege mich gar nicht auf. Ganz im Gegenteil freue ich mich über die ihrer Bedeutung entsprechende Präsenz der Kirche im Spiegel. Den evangelischen Kirchen wünsche ich geeignete Themen, um dort auch mal wieder vorzukommen...

 
At 8/08/2005 07:32:00 PM, Blogger Petra said...

Oh dear...

*bösartigwerd*

Den evangelischen Kirchen wünsche ich geeignete Themen, um dort auch mal wieder vorzukommen...

Tun sie doch eh! Nämlich mit: "Die Katholiken wollen uns nicht zum Abendmahl einladen, wäääh...!" ;-)

*Bösartigkeit aus*

Matthias, ich wundere mich eigentlich immer, dass Du nicht merkst (oder nicht merken willst, oder es Dir egal ist, oder was weiß ich), dass die katholische Kirche einfach nur eine besonders geeignete Folie für säkulare Medien bietet, um über das Christentum generell herzuziehen. Artikel über Evangelikale sind doch auch oft in einem ähnlichen Tonfall geschrieben - dann geht's halt eben nicht um die Frauen, sondern um den angeblichen Fanatismus von Leuten, die angeblich dauernd Abtreibungskliniken in die Luft sprengen wollen, und sowieso alle George W. Bush gewählt haben, und damit sowieso alle nah am Nazismus anzusiedeln sind....

Wie war's denn noch einmal: Christus ist der Stein des Anstoßes...? Sollten sich denn nicht eher die mainstream Protestant-Kirchen fragen, warum sie denn nicht (mehr) der Stein des Anstoßes und der Stachel im Fleisch der Welt sind???

 
At 8/08/2005 08:56:00 PM, Blogger Dr. Matthias O. Will said...

Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

 
At 8/08/2005 09:47:00 PM, Blogger Petra said...

diese gewollt platzierte Bösartigkeit ist einfach nur lächerlich

Ich habe in den vergangenen Monaten zahlreiche Interviews mit EKD-Vertretern gelesen. In einem einzigen sind die Worte "Abendmahl" und "katholische Kirche" nicht vorgekommen: in einem (sehr guten) Gespräch mit Wolfgang Huber in der ZEIT über die Zusammenhänge zwischen Religiosität und den Vorgängen im Gehirn. Und da habe ich mich gefragt: wenn Huber so schön über den Glauben sprechen kann, warum tut er's denn nicht öfter?

Du stellst damit die Protestanten als eine Herde ständig flennender Individuen dar

Das tue ich überhaupt nicht. (Diesen Vorwurf könnte ich höchstens Teilen der EKD-Führung machen.) Im Gegenteil: ich habe große Bewunderung und Respekt für das Glaubensleben von engagierten Protestanten, insbesondere von Evangelikalen. Und ich sehe deren Begeisterung für Jesus Christus und ihren unbedingten Missionswillen (im Gegensatz zur feigen Kompromissbereitschaft oft z. B. bei uns) als große Inspiration. (Wobei es natürlich bei der Missionierung sicher sehr hilfreich ist, wenn man daran glaubt, dass der andere sicher in die Hölle kommt, wenn er Jesus nicht als seinen persönlichen Herrn und Erlöser angenommen hat... ;-))

Wenn sich Protestanten um soziale Belange kümmern

Ich glaube, das ist in der öffentlichen Sicht oft ein Problem: christliches soziales Engagement wird quasi als selbstverständlich angesehen, gleichzeitig gerät aber das Warum völlig aus dem Blickfeld. Dadurch wird die evangelische Kirche öffentlich nur mehr als "prosaische Sozialagentur" ((c) Rüdiger Safranski) wahrgenommen. Nicht, dass die katholische Kirche in dieser Hinsicht so viel besser dastünde (wir haben da auch eher bürokratisierte, professionalisierte Organisationen à la Caritas), aber bei der KK merkt man wenigstens (durch die Widerspenstigkeit des Ganzen) ein bisschen von außen, dass das nicht alles ist.

Und das meine ich mit Stein des Anstoßes: etwas, was die Leute zum Noch-einmal-Hinschauen bewegt. Da haben die Evangelikalen (etwa durch öffentliche Verkündigung auf stark frequentierten Plätzen oder durch Plakate, Internetseiten, Gebetseinladungen, usw.) zahlreiche Mittel und Wege gefunden. Bei der katholischen Kirche wären etwa - neben vielen-vielen anderen Dingen - öffentlich sichtbare, habittragende Orden, die sozial engagiert sind (wie etwa die in New York oder die Kleinen Schwestern vom Lamm hier in Wien), eine gute Option...

 
At 8/08/2005 09:48:00 PM, Blogger Petra said...

Ergänzung zum letzten Satz: "wie etwa die Franciscan Friars of the Renewal in New York"

 

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